Eine kleine Neutour, irgendwann vor dem neuen Jahr 2026 erstbegangen. Danideinbergführer hatte diese länger im Sinne, ich nicht, war aber direkt angefixt. Auf der Arbeit noch schnell Urlaub eingetragen und dann gings los: In aller herrgottsfrüh Frühstart um 04:00 in Innsbruck, 45min später dann Abmarsch auf der Rodeleispiste Richtung Grieskogel Westseite. Irgendwann verlassen wir den Forstweg, um uns auf den Weg zur Wand zu machen. Dani erledigt hier noch Geschäfte, ich lauf weiter hoch. Mittlerweile ist es sieben Uhr und wir unter der Wand. Immerhin gibt es langsam mal Licht, kann ja keiner Wissen, dass es im Dezember so lang dunkel bleibt.

Die Linie ist so halbwegs klar, unten geht über eine delikate Platte los hoch zu einem recht gut gewachsenen Eisfall. Nach Dani’s Erinnerung war der auch da, als er mal vor ein paar Jahren da war. Naja, hoffen wir’s mal für Wiederholende!
Im wechselnden Vorstieg ergibt sich ein lustiges Phänomen: Während Dani meisten nach ca. 30–40m an guten Fixpunkten Stand machen kann, nutze ich meist die 60m Seile gut aus und stehe dann trotzdem nur an einem, vorsichtig ausgedrückt, verbesserungswürdigen Stand. Ob ich die guten Plätze nur übersehe? Laut meinem Kollegen nicht, mir wäre auch nichts aufgefallen.
Charakterlich hat die Linie viel mit dem Rubihorn gemein, nur ist hier Gneis brüchig, kein Hauptdolomit. Tut aber beim Klettern nicht viel zur Sache, brüchig ist brüchig. Abhilfe verschaffen da die Graspolster, die sich immer wieder zwischen die Blöcke verirren.
Zwischendrin darf man auch etwas klettern, besonders die vierte Seillänge bietet steilere Kletterei an Graswaben und Rissen. Die Absicherung ist dabei erstmal eher auf der einsteigerfreundlichen Seite: man braucht wenig Geld für Material ausgeben, davon kann man eh nicht viel unterbringen.


Nach sieben Seillängen stehen wir dann an einem Grätchen, von dem aus man in leichtem Gelände weiter zum Grieskogel aufsteigen könnte. Als eingefleischte Sportkletterer – immerhin war Dani mal bayrischer Jugendmeister – ziehen wir aber die Option des reibungsbasierten Rückwegs vor. Um diesen durchführen zu können (und in weiser Vorraussicht für Wiederholende) haben wir eine lithiumbetriebene Rückwegswegbereitungsmaschine und dreizehn edelstahlbasierte Verankerungshilfen im Rucksack.
So geht es dann dahin, der erste abseiler geht von einem hervorragenden Köpfel mit Schlinge nach unten. Die folgenden Stände sind mit je mindestens einem Bohrhaken mit Ring oder Maillon ausgestattet.
Wer das Gras ebenfalls klettern will bringt bestenfalls 50m Halbseile, einen Satz Cams #0.2-3, 1–2 Grashaken und drei Eisschrauen mit. Es gibt insgesamt sieben gebohrte Zwischenhaken (alle abseilend gebohrt) und ein paar Schlaghaken, siehe auch das Topo. Die Stände und Schlaghaken haben meiste eine blaue Schnur eingeknotet.
Zustieg: Im Gleirschtal bis kurz vor die Vorderer Gleirschalmhütte dem Forstweg folgen, dann links einer markanten Murenrinne folgen. Ab da mit dem Wandfoto ersichtlich.








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